Walnuss-Ernteeinbuen

durch die Walnuss-Fruchtfliege

Die Walnussfruchtfliege (Rhagoletis completa, Synonym: Rhagoletis suavis) ist eine Fliege aus der Familie der Bohrfliegen (Tephritidae). Sie ist ein aus Nordamerika stammender Schdling an Walnussgewchsen, wo sie seit den 80er-Jahren ernormen Schaden im gewerbsmigen Nussanbau anrichtet. Die Fliege breitet sich gegenwrtig als Neozoon in Europa aus, wobei sie wrmere Gebiete -wie z.B. den Kaiserstuhl- bevorzugt.

Die Walnussfruchtfliege gehrt zur selben Gattung wie die heimische Kirschfruchtfliege (Rhagoletis Cerasi), ist aber etwas grer als diese. Je nach Gebiet werden 4 bis 8 mm, teilweise sogar 8 bis 10mm angegeben. Ein deutliches Erkennungsmerkmal ist der gelbe Punkt (Scutellum) auf dem Rcken. Die Fliegen haben einen gelblichen bis weilichen Krper mit brunlichen Streifen. Die Flgel sind durchsichtig und mit drei schwarzen Binden gezeichnet, von denen die uere an der Flgelspitze eine V"-Form aufweist. Die Larven erreichen eine Lnge von vier bis sechs Millimetern und haben einen gelblich gefrbten Krper mit schwarzen Mundwerkzeugen.

Die Larven der Fliegen entwickeln sich in den Frchten verschiedener Walnussgewchse. In Nordamerika werden u. a. Schwarznuss, Juglans californica und Juglans hindsii befallen. In Europa wird insbesondere die Echte Walnuss (Juglans reg/a) befallen. Selten werden auch Pfirsiche befallen.

Die Weibchen der Walnussfruchtfliege legen die Eier als Gelege unterhalb der Epidermis von unreifen Nssen ab, wo nach ca. 5 Tagen die gelblichen Larven schlpfen und fr drei bis fnf Wochen im Fruchtfleisch der Walnuss (der grnen Schale ber der nuss) fressen. Ausgewachsen verlassen die madenartigen Larven die Walnsse, lassen sich zu Boden fallen und graben sich einige Zentimeter tief in den Erdboden ein, wo sie sich verpuppen und berwintern. Die meisten Fliegen schlpfen von Juli bis September des nchsten Jahres -einige verbleiben auch fr zwei oder mehrere Jahre im Boden.

Befall: Neben dem gemeinen Nussbaum (Juglans regia) wird auch die Schwarznuss (Juglans nigra) befallen. Folge des Befalles ist schwarz verfrbtes, angetrocknetes, sich nicht oder nur sehr schlecht von der nuss ablsendes Fruchtfleisch / Fruchthlle.

Das Fruchtfleisch der befallenen Nsse beginnt durch die Frattigkeit der Larven zu faulen und sich schwarz zu verfrben, wobei es eine weiche Konsistenz annimmt oder auch bisweilen antrocknet. Ca. 3-5 Wochen nach dem letzten Larvenstadium lassen sich die Larven zu Boden fallen oder fallen mit der reifen Nuss.

Je spter der Befall erfolgt, umso besser kann sich die Nuss entwickeln. Allerdings lsst sich das Fruchtfleisch kaum vollstndig entfernen, weshalb ein Verzehr unattraktiv wird. Zudem ist die Lagerfhigkeit der Nsse eingeschrnkt.

 

Das Schadbild kann leicht mit dem Bakterienbrand (Xanthomonas campestris pv. juglandis) der Walnuss oder der Marssonina-Krankheit (Marsonina juglandis) verwechselt werden, wobei bei beiden Krankheiten auch die Bltter betroffen sind. Die Anflligkeit und der Befall der Frchte mit der Walnussfruchtfliege ist stark sortenabhngig. Frhreifende Sorten sind fr den Befall der Walnussfruchtfliege anflliger, spt reifende Sorten gelten allgemein als weniger anfllig. Nach Schweizer Untersuchungen sind die Sorten Geisenheim 26 und Geisenheim 1247 sowie Parisiene, Meylannaise und Scharsch weniger attraktiv.

Die Walnussfruchtfliege wurde als Neozoon aus Nordamerika eingeschleppt und erstmals Ende der 1980er-Jahre in der Schweiz festgestellt. Von dort verbreitete sie sich zunchst nach Sden (Italien) und Sdosten (Slowenien und Kroatien). 2004 wurde der erste Befall in Deutschland im Breisgau festgestellt - von dort breitet sich die Fliege nach Norden aus, wobei sie - dem Verlauf des Rheins folgend - Hessen und den Raum um Kln erreicht hat. Der erste Befall in Frankreich wurde 2007, der erste Befall in sterreich 2008 festgestellt.

Die wichtigste Manahme zur Bekmpfung ist die Vernichtung der befallenen Frchte, wobei diese nicht auf den Komposthaufen, sondern entweder in den Restmll (Mllabfuhr) gebracht oder verbrannt werden sollen, falls diese Mglichkeit besteht. Eine weitere Manahme ist die Bodenabdeckung unter dem Nussbaum, einerseits im Sommer (ab ca. Anfang Juli bis August; Hauptflugzeit Mitte/Ende Juli) vor dem Schlupf der Fliegen, um das Schlpfen bzw. Ausfliegen der Fliegen zu verhindern (da sie im Boden als Puppe berwintert) und andererseits vor dem Fruchtfall im Sommer/Herbst (ca. Ende August bis Anfang/Mitte Oktober), damit die Larven nicht zur Verpuppung bzw. berwinterung in den Boden knnen. Eine Reduktion der Fliegen, aber keine ausreichende Bekmpfung, ist durch das Aufhngen von Gelbtafeln mglich, so wie gegen die Kirschfruchtfliegen. Allerdings werden hier auch viele Nicht-Ziel-lnsekten mit gefangen. Der beste Zeitraum zum Aufhngen der Gelbtafeln ist whrend der Flugzeit Anfang Juli bis August. Die Hauptflugzeit ist Mitte bis Ende Juli.

Chemische Pflanzenschutzmittel zur Bekmpfung der Walnussfruchtfliege sind in Europa derzeit nicht zugelassen!

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